Denkanstoß: „Ich wiege dich sanft in den Schlaf.“

Manchmal gibt es Tage, an denen du einfach nicht zur Ruhe kommst. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein. Von Entwicklungsschüben über Krankheit bis hin zum Zähnchen bekommen.

Doch eins hat alles gemeinsam: Du brauchst mich. Du brauchst meine Nähe und meine Wärme. Du brauchst meine Arme, die dich festhalten und dich sanft in den Schlaf wiegen.

Und egal, wie müde und erschöpft ich selbst als Mama bin: Ich halte dich, so lange du mich brauchst. Bis du eingeschlafen bist. Denn du sollst spüren, dass du nicht allein bist. Dass du geliebt wirst und ich dir einen Platz der Ruhe und Sicherheit gebe.

Ich halte dich und wiege dich sanft in den Schlaf. So lange, bis dein Atem und deine Bewegungen ruhiger werden. Bis du deine Augen schließt und dich sanft an mich schmiegst. Bis dein kleiner Körper ganz schwer wird und du endlich loslassen kannst. Von all den Eindrücken und Erfahrungen des Tages.

Denn ich bin dein Leuchtturm in der stürmischen Nacht. Ich bin dein Anker und dein sicherer Hafen. Während ich dich sanft in meinen Armen wiege, werden wir beide eins. Du und ich. Unsere kleine, heile Welt ❤️

„Lass sie doch einfach mal schreien.“

💔 „Lass sie doch einfach mal schreien.“💔

Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört oder gelesen, seitdem unser Sweetheart auf der Welt ist? Und immer wieder ist mein erster Impuls: „Nein!“

Und dann hinterfrage ich: „Warum sollte ich sie schreien lassen?“ Und dann kommen als Antworten alte Glaubenssätze aus alten Erziehungsmodellen. Zum Beispiel: „Ein bisschen Schreien hat noch keinem geschadet und ist gut für die Lungen!“

Ich fühle das anders. Wenn Mina weint oder schreit, steckt dahinter immer ein unerfülltes Bedürfnis. Das kann Hunger sein, Durst, fehlende Nähe oder Aufmerksamkeit, Angst, Unwohlsein usw. Das heraus zu finden und das Bedürfnis zu befriedigen, sehe ich als meine Aufgabe als Mama. Für sie da zu sein, ihr das Gefühl zu geben, gesehen, gehört und wahrgenommen zu werden mit all ihren Gefühlen, Emotionen und Bedürfnissen. Und sie damit nicht einfach allein zu lassen.

Der einzige Moment, in dem ich Mina schreien lasse, ist der, wenn ich merke, dass sie sich einmal so richtig ausweinen muss. Dann halte ich sie jedoch dabei in den Armen und bin auch in diesem Moment die ganze Zeit für sie da. Weil ich weiß, dass es ihr gut tut. Dass es momentan noch die einzige Art und Weise ist, wie sie sich uns mitteilen kann. Und weil ich weiß, dass sie danach viel entspannter und ausgeglichener ist. Ansonsten jedoch, lasse ich sie niemals einfach so schreien, sondern versuche immer, für sie da zu sein und ihr individuelles Bedürfnis zu stillen.

Weinen beim Einschlafen

🌙 Weinen beim Einschlafen 🌙

Vor ein paar Tagen legte ich mich abends, wie jeden Tag, mit Mina ins Bett, um sie beim #Einschlafen zu begleiten. Doch dieses Mal fühlte es sich irgendwie anders an. Schon beim Stillen merkte ich, dass unser Sweetheart sehr unruhig war. Den ganzen Abend schon war das spürbar.

Ich stillte sie also und meistens wühlt sie danach noch ein bisschen und schläft dann ein. Doch dieses Mal war es nicht nur das bisschen Rumwühlen. Denn sie war regelrecht aufgedreht. Und anstatt langsam runterzufahren, drehte sie immer mehr auf und wurde immer unruhiger. Sie begann an mit herum zu zerren, drehte sich von einer Seite auf die andere, warf ihre Beinchen in die Luft, robbte durchs gesamte Bett usw. Nichts konnte sie beruhigen. Kein Singen, kein beruhigendes Sprechen, kein Kuscheln.

Also versuchte ich das, was ich früher immer getan hatte, als Mina in den ersten sechs Lebensmonaten so oft nicht zur Ruhe kam. Ich fragte sie in ruhigem Ton, ob sie mir noch was zu erzählen hätte, bevor sie einschläft. Oder ob sie vielleicht noch ein wenig #Weinen möchte. Und ich sagte ihr, dass das okay wäre, ich für sie da bin und wir das gemeinsam schaffen.

Erst blieb es noch ruhig, doch dann fing sie langsam an laut zu brabbeln und zu schimpfen. Dann brach endlich der Damm und sie fing herzzerreißend an zu Weinen und zu #Schreien.

Ich nahm sie, wie damals, ganz liebevoll in meine Arme, wiegte sie sanft hin und her und hörte ihr zu. Ich sprach leise mit ihr und sagte ihr, dass ich sie verstehe und für sie da bin. Dass ich sie so lange halte, wie sie es braucht. Und dass ich sie über alles liebe.

Nach etwa 10 Minuten wurde ihr Weinen endlich leiser. Sie lag mit ihrem Kopf an meiner Schulter und schmiegte sich an mich. Nachdem nur noch ein paar kleine Schluchzer aus ihr kamen, fing sie leise an mit mir zu reden und machte dann sogar noch ein bisschen Quatsch mit mir. Und nach nochmaligem #Stillen schlief sie dann endlich ganz ruhig ein 💖

Schlafenszeiten

💤 Schlafenszeiten 💤

Heute war der erste Tag, an dem unser Sweetheart von sich aus keinen #Mittagsschlaf machen wollte. Und insgesamt ist es momentan schwierig für uns, ihr #Schlafbedürfnis herauszufinden und demnach zu handeln.

Normalerweise hatten wir mittlerweile einen guten Rhythmus gefunden. Nach dem alltäglichen Abendritual und der Einschlafbegleitung war sie immer so gegen 20 Uhr im #Traumland und wachte dann meist gegen 7/8 Uhr am Morgen auf. Tagsüber hatte sie sich meist auf einen 60-90 minütigen Mittagsschlaf eingependelt. Wir haben uns da immer relativ gut nach ihrem #Bedürfnis richten können.

Doch seit der Zeitumstellung im Oktober ist nun der Wurm drin. Abends ist sie nun entweder total übermüdet oder noch nicht müde genug. Wir wissen also nicht so recht, wann wir mit ihr ins Bett gehen sollen. Und tagsüber schlief sie mal mittags oder auch mal erst gegen 15:30 Uhr ein. Und heute… das erste Mal komplett ohne Mittagsschlaf. Dafür ist sie jedoch seit 19 Uhr bereits im Traumland.

Ich hoffe sehr, dass wir bald wieder zu einem angenehmen #Schlafrhythmus finden. Das wird uns allen gut tun und auch wieder etwas mehr #Regelmäßigkeit in den Alltag bringen. Wie ist das bei euch zuhause mit dem #Schlafverhalten eures kleinen Lieblings?

Einschlafbegleitung im Auto

Gestern hatte ich ein ganz wunderbares #Erfolgserlebnis während eines Ausflugs mit dem Auto. Mina fällt momentan das #Einschlafen extrem schwer. Ohne meine Nähe, viel #Kuscheln und #Stillen ist es für sie fast unmöglich, loszulassen und in den #Schlaf zu finden.

Beim Autofahren bleibt sie neuerdings wach, obwohl sie extrem #müde ist. So war es auch gestern wieder. Endloses Gähnen, aber kein in den Schlaf finden.

Irgendwann war sie dann total übermüdet und ningelte die ganze Zeit. Da sie im #Autositz angeschnallt war, konnte ich natürlich nicht mit ihr kuscheln. Also musste ich mir etwas anderes einfallen lassen.

So nahm ich sanft ihre Hand, schaute ihr in die Augen und sprach sie mit ihrem Namen an. Ich sagte ihr, dass ich für sie da bin, auf sie aufpasse und sie jetzt einschlafen könne. Dann streichelte ich mit meiner anderen Hand sanft über ihren Kopf und fuhr mit meinem Finger immer wieder von der Stirn sanft bis zu ihrer Nasenspitze. Langsam ließ sie los, bis sie endlich die Äuglein schloss und eingeschlafen war.

Das alles dauerte nur wenige Minuten und ich war super #stolz auf mich, dass ich das geschafft hatte. Was sind deine Erfahrungen mit Schlafen im Auto? Wie klappt es bei euch?

Die Herausforderung des Schlafens

Ich selbst bin jemand, der bei dem leisesten Geräusch aufwacht. Der tagsüber nicht schlafen kann, weil die Welt viel zu laut ist. Selbst, wenn ich den Raum verdunkle und mir Stöpsel in die Ohren stecke, ist es mir noch zu laut. Da hupt ein Auto auf der Straße, dann geht jemand durch den Hausflur oder in der Nachbarwohnung dudelt der Fernseher.

Umso mehr liebe ich die Ruhe der Nacht. Als ich noch nicht Mama war, habe ich die Abende oft zum Arbeiten und Entspannen genutzt. Heute liege ich abends mit Mina zusammen im Bett und versuche, noch ein wenig zu entspannen, während sie schon neben mir schläft. Und ich bemerke auch bei ihr, dass sie bei Geräuschen sehr unruhig schläft. Dass sie beim kleinsten Klappern oder Rascheln reagiert oder sogar aufwacht. So lange Geräusche um sie herum sind, ist ihr Schlaf nur sehr leicht und sie scannt die ganze Zeit ihre Umgebung.

Da wir in der Großstadt leben ist es sehr schwer, die Geräuschkulisse für sie abzuschalten. Wir können lediglich versuchen, sie zu minimieren. Doch auch das ist eine wahre Herausforderung. Zum einen fühle ich mit ihr und ihrer Hochsensibilität. Zum anderen weiß ich heute mittlerweile jedoch auch, dass sie ein wahres Geschenk für sie sein wird. Und bis dahin kann ich nur versuchen, ihr die nötige Ruhe zu schenken, die sie zum Schlafen braucht.

Ich liege immer neben ihr, wenn sie schläft. So kann ich schnell reagieren, wenn sie mich braucht. Da ich selbst hochsensibel bin, kann ich mich auch sehr leise bewegen und weiß, welche Geräusche ich vermeiden muss, damit sie einigermaßen gut schlafen kann. Sobald sie durch ein Geräusch wach wird, lege ich ihr sanft meine Hand auf ihr Ohr und ihre Wange, so dass sie sich sicher fühlt und in den meisten Fällen wieder einschläft. Ich weiß auch, dass Schläfchen unterwegs im Kinderwagen eher die Ausnahme sein sollten. Und dass für Mina eine Abendroutine extrem wichtig ist.

Zum Glück erkenne ich durch meine eigene Sensibilität auch rechtzeitig, wenn Mina müde wird und kann so ihre kurzen Einschlaffenster gut nutzen, damit ihr auch das Einschlafen so angenehm und entspannt wie möglich gemacht wird. Und natürlich profitiere auch ich davon. Allerdings klappt das alles nur dann, wenn ich selbst auch einigermaßen entspannt bin. Und das ist manchmal eine echte Herausforderung. Besonders tagsüber, wenn ich eigentlich gerade etwas anderes machen wollte, als sie in den Schlaf zu begleiten. Denn während ich es für Mina gut schaffe, ihre Auszeiten zu organisieren, so fällt das für mich oft flach. Und wenn ich unausgeglichen, extrem übermüdet oder frustriert bin, klappt das Einschlafen natürlich gar nicht. Oder es dauert besonders lange, was mich dann natürlich noch mehr frustriert.

Doch letzten Endes klappt das Schlafen bei uns relativ gut und bin ich nach wie vor unglaublich dankbar für unsere Sensitivität und unsere besondere Gabe. Und letzten Endes kann ich Mina mit gutem Beispiel voran gehen und ihr zeigen, wie sie in dieser lauten Welt zurecht kommen und gut in den Schlaf finden kann.

Abhalten… oder: Die Sache mit der vollen Windel.

Als ich heute mit Mina auf dem Spielplatz war, bot sich mir eine etwas skurrile Szene. Neben uns spielten noch zwei Freundinnen mit einem kleinen Jungen sowie eine Oma mit ihrer Enkelin im Sandkasten. Die Kinder waren beide älter als Mina. Plötzlich wehte ein strenges Lüftchen um unsere Nasen und ich bemerkte, wie eine der beiden jungen Frauen von ihrem Sohn die #Windel checkte. Und auch die Oma sagte zu ihrer Enkelin, sie müsse ihr mal kurz in die Windel schauen. Das Verrückte an der ganzen Sache war, dass ich gar nicht auf die Idee gekommen bin, Minas Windel zu checken. Denn wir halten sie ab, seit sie 8 Wochen alt ist. Vor kurzem ist sie ein Jahr alt geworden und wir haben schon seit Monaten keine volle Kacki-Windel mehr gehabt. Und auch die Pippi-Windeln, halten sich in Grenzen.

Erst die Situation heute auf dem Spielplatz hat mir deutlich gemacht, in was für einer Luxus-Situation wir uns eigentlich befinden. Wenn ich mir vorstelle, täglich eine volle Windel von Mina wechseln zu müssen. Und dann vielleicht in dem Moment keine Möglichkeit dafür zu haben. Und auch die andere Seite gibt mir zu denken. Wie unangenehm muss es für ein #Kleinkind sein, mit einer vollen Kacki-Windel herum zu laufen? Gerade, wenn es vielleicht besonders sensibel ist? Noch dazu besteht ja auch die Gefahr, dass sie dadurch einen wunden Po bekommen oder die Windel auch mal nicht dicht hält.

Ich bin damals durch Instagram auf das #Abhalten gekommen. In einem Post sprach jemand davon und wie toll es sich damit doch leben würde. Ich war neugierig und erkundigte mich darüber. Noch nie hatte ich etwas davon gehört. Beim Abhalten geht es darum, dass man das #Baby dahin gehend trainiert, dass es sein großes Geschäft (und zu einem gewissen Teil auch das Kleine) nicht mehr in die Windel, sondern in einen Eimer oder in das Waschbecken oder gleich in die #Toilette macht. Dazu gehört anfangs, das Baby genau zu beobachten und seine Gewohnheiten zu erkennen. Natürlich ist es dabei ein Vorteil, wenn man besonders empathized und einfühlsam ist. Denn es geht darum, heraus zu finden: Wann zeigt es Anzeichen, dass es auf die Toilette muss? Und dann schnell sein, Windel aus und es „abhalten“. Dazu hält man das Baby am besten so, dass es von einem weg schaut, der Rücken des Babys an den eigenen Bauch gelehnt ist und man hält die Beine des Babys so an den Oberschenkeln fest, dass sie angehockt sind. Am besten macht man, wenn das Baby sein kleines und vor allem großes Geschäft macht, noch einen bestimmten Laut, den es dann immer damit verbindet. Zum Beispiel ein „Sssssssssss…“

Wir waren erst sehr skeptisch, aber as soll ich sagen, es hat wirklich ziemlich schnell funktioniert. Mina hat schon nach wenigen Wochen kaum noch Kacki in ihre Windel gemacht. Natürlich gab es anfangs auch Ausnahmen, z.B. in den jeweiligen Entwicklungsschüben. Aber im Großen und Ganzen sind wir nach wie vor begeistert. So müssen wir uns nicht mit vollen Windeln herum schlagen oder Mina unterwegs am Po herum schnüffeln, sondern wir halten sie nach wie vor ab. Und besonders für Mina ist es auch viel angenehmer, nicht in ihrer vollen Windel sein zu müssen. Sie zeigt uns, wann sie muss und wir gehen mit ihr. Und so wird dann auch der Übergang zum #Töpfchen und letztendlich zur Toilette für uns wesentlich leichter.

Leider ist die Methode des „Abhaltens“ vielen Eltern vollkommen unbekannt. Ich selbst bin ja auch nur durch Zufall darauf gestoßen. Und dabei ist sie doch so hilfreich und erleichtert einem das Leben mit einem Baby ungemein. Meiner Meinung nach sollte diese Methode bereits in den Geburtsvorbereitungskursen oder spätestens dann nach der Geburt mit angesprochen werden, damit möglichst viele Mamas und Papas davon profitieren können. Also tragt den Gedanken in die Welt hinaus und berichtet von euren Erfahrungen.

Warum ich immer wieder angepasst reagiere, anstatt meiner Intuition zu folgen.

Heute war wieder mal so ein Tag, an dem ich es nicht geschafft habe, meiner Intuition zu folgen. Folgendes ist geschehen: Wir waren im Garten meiner Eltern zu Besuch. Unsere einjährige Tochter Mina hatte den ganzen Tag an der frischen Luft gespielt und wurde am Nachmittag sichtlich müde. Wir tranken dann alle noch zusammen Kaffee. Danach stillte ich sie noch einmal und eigentlich wollten wir dann zurück nach Hause fahren. Das bedeutet, eine gute Stunde mit dem Auto unterwegs zu sein. Idealerweise schlief sie dann, so dass wir zuhause dann noch in Ruhe Abendessen und sie für das Bett fertig machen konnten. Ich versuchte also Mina noch einmal zu stillen, bevor wir los wollten, doch sie trank nicht, sondern fing ganz munter an mit Spielen. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass jetzt noch nicht die richtige Zeit zum Losfahren sei und wir lieber noch etwas warten sollten. Doch irgendwie ging dann alles ganz schnell und nach einer halben Stunde saßen wir im Auto und waren auf der Autobahn. Und natürlich kam, was ich bereits geahnt hatte. Mina schlief nicht. Stattdessen wurde sie immer lauter und unzufriedener, bis sie schließlich anfing zu Weinen und an meine Brust wollte. Nur mit großer Mühe habe ich es geschafft, sie letztendlich doch irgendwie einigermaßen zu beruhigen, bis wir schließlich wieder zuhause waren.

Im Auto und im Nachhinein habe ich mich dann natürlich gefragt, weshalb ich schon wieder einmal nicht meiner Intuition gefolgt bin. Denn in den ganzen Situationen, in denen ich meinem Bauchgefühl getraut habe, ging meistens alles dementsprechend gut. Ich habe dieses Thema dann auch mit meinem Lebenspartner besprochen und analysiert. Und ich kam zu einem Thema aus meiner Vergangenheit, das sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht.

Letzten Endes siegt in diesen Momenten dann immer die Anpassung. Ich traue mich nicht, meinen Weg durchzusetzen, weil ich nicht (negativ) auffallen oder unbequem sein möchte. Und, weil ich Angst davor habe, was passiert, wenn ich mit meiner Intuition dann doch nicht richtig liege. Und das ist so verrückt. Denn selbst mein Lebenspartner unterstützt mich dahin gehend zu 100 Prozent. Er sagt immer, dass ich die einzige Person bin, die wirklich weiß, was Mina braucht. Und gerade durch meine Hochsensibilität ist diese Verbindung ganz besonders stark. Doch in meiner Kindheit wurde ich dazu erzogen, höflich zu sein und mich gut zu benehmen. Wie oft habe ich Sachen gemacht, die ich eigentlich nicht wollte oder bei denen ich mich nicht wohl gefühlt habe. Einfach aus Angst davor, anzuecken oder nicht gemocht zu werden. Ich habe zwar oft „Nein!“ gedacht, aber es nur ganz selten ausgesprochen. Und selbst, wenn ich mich mal traute „Nein!“ zu sagen, so habe ich mich in diesen Momenten gefühlt, als würde ich etwas falsch machen.

Heute weiß ich, dass es wichtig ist, Grenzen zu ziehen und auch ganz klar zu kommunizieren, wenn ich etwas nicht will. Und genau das versuchen wir auch an unsere Tochter weiter zu geben. Und ich möchte ein gutes Vorbild für sie sein. Und ich möchte vor allem, dass sie sich wohl fühlt und es ihr gut geht. Doch das bedeutet für mich auch, weiterhin an mir zu arbeiten. Meiner Intuition zu trauen und ihr zu folgen. Mich trauen, meine Gedanken und Wünsche auch mit einem guten Gewissen, selbstbestimmt und ohne Angst, zu äußern. Und zu wissen, dass mich mein Partner dabei voll und ganz unterstützt.

Ja, wir sind geprägt durch unsere Kindheit und unsere Erziehung, doch wir sind nicht deren Opfer oder Sklave. Es ist nie zu spät, an sich zu arbeiten und Veränderungen anzustreben. Vor allem nicht, wenn ich weiß, dass ich dadurch Mina ein gutes Vorbild sein kann. Denn ich wünsche mir für sie, dass sie niemals Angst davor hat, ihre Gedanken und Gefühle zu äußern. Dass sie ein selbstbestimmtes und glückliches Leben führt. Und wie kann ich sie dabei am besten unterstützen, als ihr genau das vorzuleben und daran selbst noch zu wachsen.