„Ich will nicht zurück in meinen Buggy!“

Gestern Vormittag waren wir wieder einmal spazieren und auf dem #Spielplatz. Nachdem Mina sich eine Weile dort vergnügt hatte, wollten wir uns auf den Nachhauseweg machen. Wie so oft nahm ich Mina hoch und wollte sie in den Buggy setzen, doch sie wehrte sich dagegen. 

Da ich sie nicht in den #Kinderwagen zwinge, behielt ich sie auf dem Arm und ging so mit ihr ein Stück. Zum Glück ist es nicht so weit bis nach Hause. Doch mit ihren 11 Kilo merke ich es dann schon nach einer Weile im Rücken. Um sie vielleicht doch noch in den #Buggy zu bekommen, versuchte ich sie abzulenken, indem ich ihr meinen Schlüssel gab. Doch wieder überstreckte sie sich und begann mit #Weinen. 

Ich setzte mich dann gemeinsam mit ihr auf einen Baumstumpf und versucht ihr zu erklären, dass ich sie gern in den Kinderwagen setzen möchte, weil wir dann viel schneller zu Hause sind und sie mir langsam auch zu schwer wird. Als ich sie dann wieder versuchte, in den Buggy zu setzen, klammerte sie sich ganz fest an mich und weinte herzzerreißend. Mittlerweile war sie auch sehr müde geworden.

Nun hatte ich zwei Möglichkeiten: Sie entweder weiterhin nach Hause tragen oder sie mit #Gewalt in den Kinderwagen bringen und somit ihr #Bedürfnis nach Nähe ignorieren. Denn sie schrie und klammerte sich nicht an mir fest, um mich zu ärgern, sondern sie war müde und brauchte meine Nähe. Und diese konnte sie von mir im Kinderwagen nicht bekommen. 

Also nahm ich sie liebevoll auf meinen Arm, gab ihr einen #Kuss und sagte ihr, dass ich sie noch ein Stückchen tragen werde. Langsam beruhigte Mina sich wieder und auch ich wurde dadurch wieder entspannter. Letztendlich trug ich sie 2/3 des Weges und dann übernahm der Herzmann. So kamen wir alle Drei ohne weitere #Tränen zu Hause an. 

Jedes Mal, wenn sie nicht in den Buggy will, stehe ich vor einer Wahl. Ich kann entweder ihren „Willen“ brechen, meine #Macht ausnutzen und das Bedürfnis dahinter ignorieren. Oder ich schaue, was dahinter steht und wie ich dafür sorgen kann, dass es ihr gut geht. Es ist nicht immer leicht in diesen Momenten und es ist auch nicht in jeder Situation möglich, mich immer nach ihren Bedürfnissen zu richten. Doch soweit ich kann, komme ich dem nach. Denn mit 15 Monaten lebt sie zu 100% im Hier und Jetzt. Sie versteht nicht, wenn ich sage, dass wir in 10 min zu Hause sind und wir dann kuscheln können. Sie braucht meine Nähe genau dann in diesem Moment.

[photocredit by freestocks @unsplash]

Denkanstoß: Sei für dein Kind der sichere Hafen.

⚓️ Sei für dein Kind der sichere Hafen. ⚓️

Denn du bist die Wärme und Sicherheit, die dein kleines Zauberwesen braucht, um zu wachsen und zu gedeihen. Um sich vollends zu ent-wickeln. Um sich zu trauen, auf eigenen Beinen zu stehen und mutig voran zu gehen. Um #Liebe und #Trost zu finden. Um in aufwühlenden Zeiten zur Ruhe zu kommen. Um zu wissen: Ich bin nicht allein. Da ist jemand, der immer für mich da ist. Bei dem ich wirklich ich selbst sein darf. Hier werde ich geliebt, auch wenn ich #Fehler mache oder mal wütend bin.

Also sei aufmerksam, wachsam, geduldig und liebevoll. Beobachte dein Kleines und gib ihm Halt. Gib ihm die sichere Umgebung und #Bindung, die es braucht. Begib dich auf #Augenhöhe, wenn ihr miteinander sprecht. Seht euch als gleichwertig. Führe es sanft und mit Liebe durch diese turbulente Welt und zeige ihm, wo sein #Zuhause ist.

Ausflug mit Kleinkind

🍃 Gestern waren wir unterwegs und haben mit dem Auto einen #Ausflug zu meinen Eltern gemacht. 🍃

Wenn wir mit Mina irgendwo hinfahren, ist es nun so, dass sie auf der einen Stunde Hinfahrt nicht mehr schläft. Bei meinen Eltern angekommen, spielt sie dann ein bisschen, aber recht zeitnah sagt sie dann immer wieder „Alle?!“ und zeigt auf die Wohnungstür. Sie möchte nach Hause.

Nun stehe ich in der Mitte zwischen Bleiben oder Gehen. Zum Einen möchte ich ihrem Wunsch gern nachkommen, zum Anderen ist es jedoch manchmal in bestimmten Situationen (z.B. beim Arzt) einfach nicht möglich, so schnell wieder zu gehen. So versuche ich dann liebevoll mit ihr zu reden und ihr die Situation zu erklären. Damit geht es eine Weile, aber irgendwann ist es ihr, zusammen mit der Müdigkeit, dann einfach zu viel. 

Allgemein versuche ich, ihrem Wunsch so gut es geht nachzukommen. Geht das in Situationen nicht, so begleite ich sie in ihren #Gefühlen, um ihr zu zeigen, dass ich sie verstehe und ihre #Emotionen akzeptiere. Und letztendlich ist ihr Verhalten auch einfach nur wieder eine vorübergehende Phase.

[photocredit: anja @unsplash]

 

Die Herausforderung des Schlafens

Ich selbst bin jemand, der bei dem leisesten Geräusch aufwacht. Der tagsüber nicht schlafen kann, weil die Welt viel zu laut ist. Selbst, wenn ich den Raum verdunkle und mir Stöpsel in die Ohren stecke, ist es mir noch zu laut. Da hupt ein Auto auf der Straße, dann geht jemand durch den Hausflur oder in der Nachbarwohnung dudelt der Fernseher.

Umso mehr liebe ich die Ruhe der Nacht. Als ich noch nicht Mama war, habe ich die Abende oft zum Arbeiten und Entspannen genutzt. Heute liege ich abends mit Mina zusammen im Bett und versuche, noch ein wenig zu entspannen, während sie schon neben mir schläft. Und ich bemerke auch bei ihr, dass sie bei Geräuschen sehr unruhig schläft. Dass sie beim kleinsten Klappern oder Rascheln reagiert oder sogar aufwacht. So lange Geräusche um sie herum sind, ist ihr Schlaf nur sehr leicht und sie scannt die ganze Zeit ihre Umgebung.

Da wir in der Großstadt leben ist es sehr schwer, die Geräuschkulisse für sie abzuschalten. Wir können lediglich versuchen, sie zu minimieren. Doch auch das ist eine wahre Herausforderung. Zum einen fühle ich mit ihr und ihrer Hochsensibilität. Zum anderen weiß ich heute mittlerweile jedoch auch, dass sie ein wahres Geschenk für sie sein wird. Und bis dahin kann ich nur versuchen, ihr die nötige Ruhe zu schenken, die sie zum Schlafen braucht.

Ich liege immer neben ihr, wenn sie schläft. So kann ich schnell reagieren, wenn sie mich braucht. Da ich selbst hochsensibel bin, kann ich mich auch sehr leise bewegen und weiß, welche Geräusche ich vermeiden muss, damit sie einigermaßen gut schlafen kann. Sobald sie durch ein Geräusch wach wird, lege ich ihr sanft meine Hand auf ihr Ohr und ihre Wange, so dass sie sich sicher fühlt und in den meisten Fällen wieder einschläft. Ich weiß auch, dass Schläfchen unterwegs im Kinderwagen eher die Ausnahme sein sollten. Und dass für Mina eine Abendroutine extrem wichtig ist.

Zum Glück erkenne ich durch meine eigene Sensibilität auch rechtzeitig, wenn Mina müde wird und kann so ihre kurzen Einschlaffenster gut nutzen, damit ihr auch das Einschlafen so angenehm und entspannt wie möglich gemacht wird. Und natürlich profitiere auch ich davon. Allerdings klappt das alles nur dann, wenn ich selbst auch einigermaßen entspannt bin. Und das ist manchmal eine echte Herausforderung. Besonders tagsüber, wenn ich eigentlich gerade etwas anderes machen wollte, als sie in den Schlaf zu begleiten. Denn während ich es für Mina gut schaffe, ihre Auszeiten zu organisieren, so fällt das für mich oft flach. Und wenn ich unausgeglichen, extrem übermüdet oder frustriert bin, klappt das Einschlafen natürlich gar nicht. Oder es dauert besonders lange, was mich dann natürlich noch mehr frustriert.

Doch letzten Endes klappt das Schlafen bei uns relativ gut und bin ich nach wie vor unglaublich dankbar für unsere Sensitivität und unsere besondere Gabe. Und letzten Endes kann ich Mina mit gutem Beispiel voran gehen und ihr zeigen, wie sie in dieser lauten Welt zurecht kommen und gut in den Schlaf finden kann.

Abhalten… oder: Die Sache mit der vollen Windel.

Als ich heute mit Mina auf dem Spielplatz war, bot sich mir eine etwas skurrile Szene. Neben uns spielten noch zwei Freundinnen mit einem kleinen Jungen sowie eine Oma mit ihrer Enkelin im Sandkasten. Die Kinder waren beide älter als Mina. Plötzlich wehte ein strenges Lüftchen um unsere Nasen und ich bemerkte, wie eine der beiden jungen Frauen von ihrem Sohn die #Windel checkte. Und auch die Oma sagte zu ihrer Enkelin, sie müsse ihr mal kurz in die Windel schauen. Das Verrückte an der ganzen Sache war, dass ich gar nicht auf die Idee gekommen bin, Minas Windel zu checken. Denn wir halten sie ab, seit sie 8 Wochen alt ist. Vor kurzem ist sie ein Jahr alt geworden und wir haben schon seit Monaten keine volle Kacki-Windel mehr gehabt. Und auch die Pippi-Windeln, halten sich in Grenzen.

Erst die Situation heute auf dem Spielplatz hat mir deutlich gemacht, in was für einer Luxus-Situation wir uns eigentlich befinden. Wenn ich mir vorstelle, täglich eine volle Windel von Mina wechseln zu müssen. Und dann vielleicht in dem Moment keine Möglichkeit dafür zu haben. Und auch die andere Seite gibt mir zu denken. Wie unangenehm muss es für ein #Kleinkind sein, mit einer vollen Kacki-Windel herum zu laufen? Gerade, wenn es vielleicht besonders sensibel ist? Noch dazu besteht ja auch die Gefahr, dass sie dadurch einen wunden Po bekommen oder die Windel auch mal nicht dicht hält.

Ich bin damals durch Instagram auf das #Abhalten gekommen. In einem Post sprach jemand davon und wie toll es sich damit doch leben würde. Ich war neugierig und erkundigte mich darüber. Noch nie hatte ich etwas davon gehört. Beim Abhalten geht es darum, dass man das #Baby dahin gehend trainiert, dass es sein großes Geschäft (und zu einem gewissen Teil auch das Kleine) nicht mehr in die Windel, sondern in einen Eimer oder in das Waschbecken oder gleich in die #Toilette macht. Dazu gehört anfangs, das Baby genau zu beobachten und seine Gewohnheiten zu erkennen. Natürlich ist es dabei ein Vorteil, wenn man besonders empathized und einfühlsam ist. Denn es geht darum, heraus zu finden: Wann zeigt es Anzeichen, dass es auf die Toilette muss? Und dann schnell sein, Windel aus und es „abhalten“. Dazu hält man das Baby am besten so, dass es von einem weg schaut, der Rücken des Babys an den eigenen Bauch gelehnt ist und man hält die Beine des Babys so an den Oberschenkeln fest, dass sie angehockt sind. Am besten macht man, wenn das Baby sein kleines und vor allem großes Geschäft macht, noch einen bestimmten Laut, den es dann immer damit verbindet. Zum Beispiel ein „Sssssssssss…“

Wir waren erst sehr skeptisch, aber as soll ich sagen, es hat wirklich ziemlich schnell funktioniert. Mina hat schon nach wenigen Wochen kaum noch Kacki in ihre Windel gemacht. Natürlich gab es anfangs auch Ausnahmen, z.B. in den jeweiligen Entwicklungsschüben. Aber im Großen und Ganzen sind wir nach wie vor begeistert. So müssen wir uns nicht mit vollen Windeln herum schlagen oder Mina unterwegs am Po herum schnüffeln, sondern wir halten sie nach wie vor ab. Und besonders für Mina ist es auch viel angenehmer, nicht in ihrer vollen Windel sein zu müssen. Sie zeigt uns, wann sie muss und wir gehen mit ihr. Und so wird dann auch der Übergang zum #Töpfchen und letztendlich zur Toilette für uns wesentlich leichter.

Leider ist die Methode des „Abhaltens“ vielen Eltern vollkommen unbekannt. Ich selbst bin ja auch nur durch Zufall darauf gestoßen. Und dabei ist sie doch so hilfreich und erleichtert einem das Leben mit einem Baby ungemein. Meiner Meinung nach sollte diese Methode bereits in den Geburtsvorbereitungskursen oder spätestens dann nach der Geburt mit angesprochen werden, damit möglichst viele Mamas und Papas davon profitieren können. Also tragt den Gedanken in die Welt hinaus und berichtet von euren Erfahrungen.